Automatisierte Mikromobile
Typen, Einsatzfelder und Handlungsbedarfe: Ein Leitfaden für kommunale Planerinnen und Planer

Neue Lösungsansätze für städtische Herausforderungen sind gefragt. Automatisierte Mikromobile können einen substanziellen Beitrag leisten. 

 

Städte stehen vor wachsenden Herausforderungen: Lieferverkehre nehmen zu, Fachkräfte für kommunale Dienste werden knapper und der öffentliche Raum ist durch konkurrierende Nutzungsansprüche geprägt. Automatisierte Mikromobile – kleine, leichte und elektrisch angetriebene Fahrzeuge, die fahrerlos betrieben werden können – bieten hier neue Lösungsräume. Ihre Vorteile: geringer Energieverbrauch, reduzierter Flächenbedarf, höhere Verkehrssicherheit und günstige Kostenstrukturen. Von der Paketzustellung über die Grünflächenpflege bis zur Mobilitätsbereitstellung können sie Personal entlasten und kommunale Aufgaben effizienter gestalten. 

 

Dieses Whitepaper gibt kommunalen Planerinnen und Planern sowie weiteren Akteuren der öffentlichen Hand einen kompakten Überblick über Fahrzeugtypen, Automatisierungsstufen, Einsatzfelder und den konkreten Handlungsbedarf für die kommunale Planung.

25.03.2026

Whitepaper

 

 

Radlogistik: Grundlagen zu Logistik und Wirtschaftsverkehr mit Lasten- und Transporträdern

Das im Jahr 2024 als Open-Access-Publikation erschienene Buch „Radlogistik" stellt das erste umfassende Grundlagenwerk zum gewerblichen Einsatz von Lastenrädern im deutschsprachigen Raum dar. Herausgegeben von einem interdisziplinären Team renommierter Wissenschaftler:innen aus dem Institut für Logistik und Materialflusstechnik Magdeburg, der TU Berlin, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Frankfurt University of Applied Sciences, der Bergischen Universität Wuppertal sowie der TH Wildau.
 

Hintergrund und Relevanz:

Im Kontext der Verkehrs- und Mobilitätswende sowie des Ziels einer klimaneutralen Gesellschaft erfährt das Lastenrad eine Renaissance. Nach Jahrzehnten des Verschwindens aus dem kollektiven Gedächtnis etabliert sich das Lastenrad – getrieben durch leistungsfähige Elektroantriebe – zunehmend als wettbewerbsfähiges Transportmittel im Wirtschaftsverkehr. Die Modellvielfalt, Qualität und Robustheit der Fahrzeuge haben sich erheblich verbessert. Dennoch ist das Lastenrad bisher kaum in gängigen Regelwerken, Standards und Planungsverfahren berücksichtigt.
 

Zielstellung:

„Radlogistik" schließt diese Wissenslücke und bietet einen sachlichen, faktenbasierten Diskurs zur nachhaltigen Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs. Das Werk richtet sich gleichermaßen an Akteure der öffentlichen Planung, Logistikunternehmen, Wirtschaftsförderung sowie Studierende und liefert einen praxisnahen, umfassenden Einstieg in das Themenfeld.


Aufbau:

Das Buch gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende thematische Abschnitte:

  • Teil I – Einführung und Ausgangslage: Überblick über die Einsatzbreite gewerblich genutzter Lastenräder sowie technologische und rechtliche Rahmenbedingungen. Ideal für alle Leser:innen als Einstieg in das Thema.
  • Teil II – Logistik: Vermittelt logistische Grundlagen insbesondere für öffentliche Akteure. Detaillierte Beschreibung relevanter logistischer Infrastrukturen wie Mikro-Hubs, die auch für Logistikpraktiker Mehrwerte bieten.
  • Teil III – Betriebliche Prozesse: Einarbeitung in Planungsprozesse und operative Herausforderungen. Besonders relevant für Studierende und Logistiker:innen, die tiefere Einblicke in betriebliche Abläufe suchen.
  • Teil IV – Planung und öffentlicher Sektor: Fokus auf Planungsverfahren, Verkehrsplanung und die Integration von Lastenradlogistik in städtische Konzepte. Unverzichtbar für Akteur:innen aus Verwaltung und planerischem Sektor.
  • Teil V – Perspektiven: Blick auf zukünftige Entwicklungen, Innovationen und Forschungsbedarfe in der Radlogistik.

 

Wissenschaftlicher Anspruch und Praxisbezug:

Das Werk vereint wissenschaftliche Fundierung mit Praxisnähe. Es basiert auf aktueller Forschung, zahlreichen Pilotprojekten und der Erfahrung der Herausgeber in unterschiedlichen Forschungs- und Praxisprojekten. Die Open-Access-Verfügbarkeit (Creative Commons BY 4.0) gewährleistet breite Zugänglichkeit und unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.

18.07.2024

Buch (Open Access)

Infrastrukturbedarf von Lastenrädern insbesondere für deren Einsatz in der Letzte-Meile-Logistik

Die im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg (Behörde für Wirtschaft und Innovation) erstellte Studie entwickelt praxisnahe Lösungen für den wachsenden Infrastrukturbedarf gewerblich genutzter Lastenräder. Vor dem Hintergrund steigender Paketzustellungen und des E-Commerce-Booms untersucht das Projekt, wie Hamburg sein ambitioniertes Ziel erreichen kann: 25 % der KEP-Lieferungen an private Haushalte (X2C) und 5 % der B2B-Zustellungen bis 2030 über Lastenräder abzuwickeln.
 

Inhalte:

Der Senat Hamburg hat sich eine Senkung der CO₂-Emissionen durch KEP-Dienste um 40 % bis 2030 zum Ziel gesetzt. Die Implementierung von mindestens 100 logistischen Micro-Hubs bis 2035 würde ein zusätzliches Aufkommen von schätzungsweise 1.000 Lastenrädern bedeuten – ein erheblicher Infrastrukturbedarf, der strategisch geplant werden muss.

Die Studie analysiert systematisch:

  • Status quo und Prognose: Aktuelle Lastenradnutzung in Hamburg mit Hochrechnungen für künftiges Wachstum
  • Nationale und internationale Best Practices: Erfolgreiche Maßnahmen aus anderen Städten und ihre Übertragbarkeit auf Hamburg
  • Stakeholder-Beteiligung: Intensive Einbindung von Verwaltung, KEP-Dienstleistern und weiteren Akteuren zur Identifikation von Barrieren und Anforderungen
  • Bedarfsermittlung: Quantitative Bestimmung benötigter Pick-up Points sowie Liefer- und Ladezonen
     

Ergebnisse:

Das Hauptergebnis der Studie bildet ein modularer Maßnahmenkatalog und Leitfaden für Lastenrad-Infrastruktur. Dieser „Werkzeugkasten" ermöglicht es, quartiersspezifische Lösungen zu entwickeln, die auf andere Stadtgebiete übertragbar sind. Der Leitfaden umfasst:

  • Gestaltungselemente für Haltezonen und Liefer-/Ladezonen
  • Anforderungen an Stellplätze mit und ohne Lademöglichkeiten
  • Empfehlungen für Micro-Hubs und Pick-up Points
  • Kostenschätzungen für verschiedene Infrastrukturmaßnahmen

Die Projektergebnisse entstanden nach der integrierten Maßnahmenplanung für nachhaltige urbane Logistik. In einem dreiphasigen Verfahren (IST-Analyse/Prognose → Maßnahmenentwicklung/Validierung → Ergebnis) wurden alle relevanten Perspektiven einbezogen. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.


Anwendung/Umsetzung:

Die Anwendung des Leitfadens wurde an drei unterschiedlichen Hamburger Quartieren demonstriert:

  • Ottensen: Innenstadtquartier mit angrenzenden verdichteten Mischgebieten
  • Jungfernstieg: Hochwertige Einzelhandelslage der Hamburger Innenstadt
  • Harburg: Verdichtetes Mischgebiet mit dominierender Wohnnutzung

Diese Diversität stellt sicher, dass die entwickelten Lösungen auf verschiedene städtische Kontexte anwendbar sind.

 

Projektpartner:

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen cargobike.jetzt GmbH, first mile, dem Lehr- und Forschungsgebiet GuT der Bergischen Universität Wuppertal sowie dem Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vereint Expertise aus Think Tank, Beratung und Wissenschaft.

03.02.2022

Studie zu Lastenradinfrastruktur in Hamburg

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